Sonntag, 26. August 2012

Empfehlungen für den Gitarrenkauf I

Die ersten Fragen

Natürlich mag es ein Unterschied sein, ob ich schon Gitarrenspielen kann und einige Erfahrungen besitze im Umgang mit einer Gitarre. Aber das muss kein Grund sein für den Anfänger, beim Kauf seiner ersten Gitarre überflüssige Ängste zu durchleben. Einige Tipps helfen, eine Orientierung für das Wichtige zu finden. Und obwohl die Gitarrenfamilie größer ist, möchte ich mich auf die Konzert/Westerngitarre beschränken.

Ganz am Anfang stehend, die ersten Schritte zu machen, ohne Vorkenntnisse und Erfahrung, ist mutig und wichtig. Doch manchmal bleibt die Kaufentscheidung begleitet von Spuren der Ungewissheit, ob es richtig war. Diese Ängste können helfen, das Richtige zu tun. Allerdings kann jeder im Vorfeld seines Kaufwunsches eine Checkliste organisieren. Ich möchte eine kleine Checkliste entwickeln.


Und immer auch daran denken, für wen die Gitarre sein soll, entweder für einen Erwachsenen oder für ein Kind. Konzertgitarren und Westerngitarren sind in unterschiedlichen Größen erhältlich. Bei der Konzertgitarre gibt es Kindergrößen.

Konzertgitarre                                            
4/4
3/4
1/2
1/4

Wer für Kinder eine Gitarre sucht, sollte vielleicht hier anfangen zu suchen. Soweit mir bekannt ist, gibt es bei E-Gitarren keine Kindergrößen.


Westerngitarre

Jumbo
Dreadnought
Grand auditorium
Auditorium
Parlor

0,00,000



Ein Anfänger der Gitarre

Zunächst ist es wichtig festzulegen, wieviel Geld ich in den Kauf einer Gitarre stecken möchte. Gut ist es eine Obergrenze zu haben. Zugleich muss klar sein, was beim Kauf einer Gitarre alles mit dazu kommt.

Zum Beispiel gehört eine Tasche oder ein Koffer dazu. Eine Tasche sollte gut gepolstert sein. Sie besitzt eine Seitentasche für Noten etc.. Wer allerdings auf Nummer sichern gehen möchte, kauft einen Gitarrenkoffer.
Nachteil: Mit dem Koffer ist die Gitarre nur schwer, auf einem Fahrrad zu transportieren.

Hinzu kommt noch eine Fußbank und ein Notenständer. Das mag überraschen, aber zur Gitarre zählt auch die richtige Gitarrenhaltung. Dieses Zubehör hilft die richtige Haltung der Gitarre zu üben, d.h. wie sitze ich, wenn ich Gitarre spiele.

Wichtig ist es auch zu überlegen, welchen Gitarrentyp ich erwerben möchte: Konzertgitarre, Westerngitarre oder E-Gitarre. Die richtig Wahl für den Anfang gibt eigentlich nicht. Hier dürfen gerne subjektive Faktoren
sehr wichtig und entscheidend sein. Aber wie ich schon zu Beginn sagte, bleiben ich bei der Konzertgitarre.

Ich mag meine Gitarre

Mit  subjektiven Faktoren meine ich auch die Optik der Gitarre, den Klang der Gitarre, und das Körpergefühl, wenn man sie in die Hand nimmt.  Manche Gitarren verfügen über eine unterschiedliche Halsform:


  1. D-Form
  2. C-Form
  3. V-Form
Dies bezeichnet die Form des Halses auf seiner Rückseite. Das Griffbrett selbst ist grundsätzlich flach; anders bei Westerngitarren, die eine leichte kaum sichtbare Wölbung besitzen.

Manche Gitarrenspieler nutzen einen Gitarrengurt beim Spiel. Entweder im Sitzen oder im Stehen spielen sie Gitarre. Bei der E-Gitarre findet jeder die Knöpfe für den Kurt. Bei Westerngitarre oder Konzertgitarre, abhängig von der Marke und Serie des Produkts, findet man immer nur einen Knopf. Dieser befindet sich unten am Zargen. Der zweite Knopf am Halsfuß der Gitarre fehlt. Er lässt sich nachträglich problemlos anbringen. Für weniger empfehlenswert halte ich es, den Kurt am Kopf des Gitarrenhalses zu befestigen.

Soweit meine ersten Empfehlungen. Der Einstieg in den Gitarrenkauf ist getan. Jetzt heißt es alles noch einmal überschlafen und dann geht es weiter mit den Details beim Gitarrenkauf.







Donnerstag, 2. August 2012

Lernschritte

Üben ist ein plan- und zielorientiertes Spielen. Üben ist keineswegs fantasielos und determiniert. Dabei geht es nicht nur um Spieltechnik. Die Übungsfelder können sehr viele Bereiche berühren: Noten lesen, Musik hören, Timing, Fingergeschicklichkeit, Repertoirekenntnisse, Gedächtnis, Rhythmus, Spieltechnik, Ausdruck, Tempo, Picking usw..

Um das eigene Üben effektiver zu gestalten, erweist es sich als Hilfe, Ziele und Zeiten für das Üben festzulegen. Aber auch das Üben als Prozess kann geübt werden. Auf diese Weise kommt es zu
sicheren Erfolgen. Die untere Übersicht ist nur ein Vorschlag und nur ein gangbarer Weg zum
erfolgreichen Üben.


Sonntag, 22. Juli 2012

Übung: motorisches Lernen

Stadien motorischen Lernens

Als ich den ersten Akkord in meinen Fingern hatte, brauchte ich einige Versuche. Mit etwas Geduld und Wiederholung wurde mein Griff immer besser. Ich nahm den nächsten Griff. Es gelang nach einigen Versuchen. Schließlich verband ich beide Griffe und wechselte die Positionen.  - Ein wenig überraschend ist die Erfahrung die eigenen Finger neue zu erleben. -  Erst spielte ich diesen Akkord und dann den neuen Griff; wieder zurück und dann wieder von vorne. Besonders flink sahen die Finger nicht aus. Es brauchte noch einige Zeit und Übung.

Die eigene Aufmerksamkeit liegt bei den Fingern, auf den Fingerdruck, auf die Sichtbarkeit der Finger.
Die Gitarrenhaltung schwankt in solchen Augenblicken.

Wenn ich heute Schülern beim Lernen zu sehe, durchleben sie scheinbar ähnliche Episoden des Lernens. Sie haben mir erzählt, wie unterschiedlich ihre Fingerfertigkeit sich ausbildet. Manchmal können sie von einem Griff leichter umgreifen als von einem anderen. Häufig geht die Bewegung leichter vom Griff hinaus als in ihn  hinein. Eine Mischung aus bekannten und unbekannten Akkorden zeigt dies sehr deutlich.

Wie entwickelt sich nun der Prozess des sicheren Umgangs mit den Griffen?
Nach Paul Fitts gibt es drei Stadien motorischen Lernens:

  1. kognitiv
  2. assoziativ
  3. autonom
zu 1)
Alle Bewegung gelingen sehr langsam und wirken sehr unsicher. Sie sind häufig fehlerhaft. Die Konzentration richtet sich nur auf die Realisierung der richtigen Bewegung

zu 2)
Es zeigt sich nach einiger Zeit, dass die Bewegungen teilweise gelingen. Jedoch sind sie noch nicht dauerhaft verfestigt.

zu 3)
Die Bewegungen gelingen ohne Aufwand und angestrengte Aufmerksamkeit. Erst jetzt sind die erlernten  Bewegungen automatische Abläufe.

(siehe dazu: Gabriele Wulf, Aufmerksamkeit und motorisches Lernen, 2009)

Jeder Akkordwechsel ist eine Bewegung, jede Bewegung ist eine mit den Fingern. Die Fingergeschicklichkeit ist eine wichtige Übungsaufgabe. Akkordwechsel auswendig zu lernen, hilft häufig dem Spieler, die Bewegung sicher zu realisieren.

Bei einem Lied ist stets zuerst für sich allein, der Bewegungsablauf einer Akkordgruppe zu üben. Wird die Bewegung sicher beherrscht, gelingt die Liedbegleitung bedeutend besser.